Dein Kopf ist mir ein Rätsel und wie ich dich trotzdem lesen kann

Es gibt sie, diese Situationen im Leben, in denen aus einer winzigen Kleinigkeit eine ganz, ganz große Sache wird. So groß, dass man am Ende gar nicht mehr weiß, was eigentlich der Ursprung des ganzen Durcheinanders war. Weißt du, wovon ich rede?
Oft entsteht dieses Chaos, weil wir nicht in der Lage sind, die Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen anderer Menschen von deren Augen abzulesen.

Ich weiß nicht, was du denkst, oder wieso du in einer bestimmten Situation so handelst, wie du handelst.

Ich kann nicht in deinen Kopf sehen und das Chaos dadurch verhindern. Das funktioniert leider nicht. Genauso wenig erhältst du Einblick in meinen Kopf. Dass daraus Missverständnisse, Verletzungen und Unverständnis entstehen können, wissen wir alle nur zu gut. Wir fangen an, uns gegenseitig vor den Kopf zu stoßen, unfair über die andere Person zu denken und wie schnell ertappen wir uns dann auch noch dabei Recht haben zu wollen?

Meist sind die Situationen, über die wir uns dann gemeinsam aufregen und die wir zusammen so schön hochschaukeln, von geringer Bedeutung. Aber doch scheinen sie in dem gewissen Moment für beide von unglaublicher Wichtigkeit.
Wollen wir tatsächlich Recht haben? Oder geht es uns dabei eher darum, von der anderen Person verstanden zu werden? Ich denke, es geht um das gegenseitige Verständnis. Wenn wir aufhören auf unser Recht zu beharren, hat das Verständnis es leichter sich blicken zu lassen und ganz da zu bleiben.

Wir müssen nichts im Leben hinnehmen, wir sollten aber überlegen, ob sich ein Machtkampf um eine Kleinigkeit lohnt oder nicht. Meistens schaden wir uns dabei nur selbst. Wir steigern uns in diese Gefühle, verlieren uns in ihnen und plötzlich geht nichts mehr.

Dass wir dabei blind werden und die Schuld gerne an unser Gegenüber abgeben, scheint verständlich. So sind wir halt, wir Menschen. Das haben wir alle schon mal gemacht. Da bin ich mir sicher. Du auch, oder?
Es ist oft leichter auf jemand anderen wütend zu sein, als auf sich selbst. Es ist leichter sich mit den Fehlern der anderen auseinander zu setzen, als mit seinen eigenen. Ist auch mehr Arbeit, wenn du erst einmal anfängst in deinem Gefühlschaos rumzuwühlen. Wer weiß, auf was du dort dann alles womöglich stößt?!

Gerade weil es uns nicht möglich ist, in die Köpfe anderer Menschen zu sehen, sollten wir verstärkt miteinander reden. Du kannst mir sagen, was dich bewegt und weswegen dir bestimmte Handlungen oder Äußerungen nicht gefallen. Ich kann dich fragen, wieso du handelst, wie du handelst, um Verständnis aufzubringen, wo vorher vielleicht kein Verständnis war.
Natürlich ist das nicht immer leicht. An einigen Tagen ist es schwerer alle Fünfe gerade sein zu lassen, als an anderen Tagen. Wir kennen oft nicht den Rattenschwanz der Gefühlskette, die unsere Mitmenschen mit sich durch den Alltag tragen. Nein, aber wir können bei uns anfangen, damit wir nicht auch noch Teil der Rattenschwänze anderer Menschen werden.

Schweigen kann helfen, einen klaren Kopf zu bekommen und auch verhindern, dass wir Schaden anrichten, wo keiner nötig ist.

Warten kann helfen, der anderen Person und auch sich selbst Zeit zu geben, sich wieder zu öffnen, um aufeinander zugehen zu können.

Akzeptanz kann helfen, die Kleinigkeit aus der Welt zu schaffen und es einfach gut sein zu lassen.

Verständnis kann helfen, die Verletzungen der anderen Person zu verstehen und liebevoller mit ihr umzugehen.

Liebe hilft, was das Schweigen, das Warten, die Akzeptanz und das Verständnis, alleine nicht schaffen. Liebe ist heilsam. Zeigen wir in Zukunft vielleicht ein kleines bisschen mehr Verständnis für unser Gegenüber. Denn dann wird es leichter uns gegenseitig besser zu verstehen.

Die Liebe ist auf unserer Seite, deswegen glaube ich aus tiefstem Herzen, dass das dir und mir mit ein wenig Übung immer besser gelingen wird.

Foto: Copyright pixabay.com

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